Ein Interpretations-Vorschlag für das "o": der Schreiber unterscheidet zwischen "begraben" und "beygesetzt". Meines Wissens nach sind (und waren) beide Begriffe eigentlich synonym. Was aber auffällt, ist, dass bei "begraben" immer Geldbeträge (Begräbnisgebühren) genannt werden (oder aber der Hinweis "gratis"), im Falle von "beygesetzt" nicht; hier folgt fast immer das "o".
Wenn man die Bücher zurückverfolgt, so kommt man irgendwann zu einer Periode, in der nur "begraben" benutzt wurde, aber auch damals gab es schon mehrere Kategorien:
- mit Gebühren
- gratis
- ō (der Querstrich steht für einen oder mehrere weggelassene Buchstaben)
Hier ein Beispiel, aus dem hervorgeht, dass bei einem Begräbnis (mit Gebühr) zwei Kinder
mit beigesetzt wurden:
https://www.archion.de/p/2b91c979e9/
Da es aber auch Eintragungen in dieser Zeit gibt, in denen nur eine einzelne, mit "o" gekennzeichnete Person bestattet wird (
https://www.archion.de/p/4f73a685dc/), könnte man vermuten, dass das "o" für "ohne" steht, und zwar nicht (nur) bezogen auf die Gebühren, sondern auf die Ausgestaltung, Leichenpredigt, Gesang etc. Das "o" steht also möglicherweise für eine einfache Bestattung, ohne jegliche Zeremonien.
Weitere Beispiele:
www.archion.de
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