Was ist in Kolenfeld mit Hans Heinike passiert?


Ich lese:
1711:
D. 1 Mart: Doc: Reminisc: ist Hans (Domenica Reminiscere)
Heineke auf dem Damme am Rande (Damme mit Verdoppelungs-Überstrich)
des Dorfes xxxxx xxxxxx hinaus be,,
graben worden, seines alters
64 jar 21 wochen

Auf dem (Kirch)Damme wird in Kolenfeld als Straßenname/Wohnortsbezeichnung verwendet, wenn "am Rande" stimmt fragt man sich: warum nicht auf dem Kirchhof?

Danke für Lese-/Deutungshilfe!
 
auf dem Damme am Ende
des Dorfes verso Lutte hinaus be-
graben worden

Ja, möglich, aber es gab m.W. keinen Damm "verso Luthe" > in Richtung Luthe; dazwischen lag immerhin noch Wunstorf

"gegenüber / verso dem Kirchdamm" gab es jedoch einen anderen Damm, der heute "Hessischer Damm" heißt und dort gab es zur fraglichen Zeit auch bereits Besiedlung.
 
Mein erster Gedanke war "nach d(er) Lutter hinaus", verso kann ich nicht recht nachvollziehen. Auf einer der Kolenfeld-Karten war "der Voigt Köring außer den Dorff auff der Buldt" zu lesen, vielleicht würde es dann besser passen mit "nach d(em) Bulten hinaus"
 
nach Süden verläuft eine 'Bültenstraße' aus dem Ort heraus

Dieser ganze heutige südöstliche Bereich von Kolenfeld heißt „Bülten“.

Der genannte Vogt und Licentnehmer Johann Nicolaus Koring/Köring, u.a. Vater des späteren Pfarrers in Kolenfeld Carl Wilhelm Köring, ist seit Beginn des 18. Jahrhunderts in Kolenfeld belegt und verstarb vor 1736.

Also ja, mit einigem Goodwill könnte es auch „Bültens“ heißen.
 
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